Hotel Zürichberg, Zürich

Vom guten Gewissen zum Buchungsargument: Warum Nachhaltigkeit für Seminarhotels entscheidend wird

Nachhaltigkeit ist im Seminarbereich längst kein “Nice-to-have” mehr. Sie wird zunehmend zur Voraussetzung: Unternehmen achten immer genauer darauf, wo sie ihre Veranstaltungen durchführen.

Für Seminarhotels stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie sichtbar und glaubwürdig ist das eigene Engagement?

Anita Gschwind begleitet bei ibex fairstay seit vielen Jahren Beherbergungsbetriebe – und weiss, wo Seminarhotels heute stehen.

Seminarhotel Lihn, Filzbach

Viele Seminarhotels stehen heute unter Druck, nachhaltiger zu werden – gleichzeitig fehlt im Alltag oft die Zeit für strategische Themen. Wie erlebst du die aktuelle Situation?
Das Tagesgeschäft bindet die Teams stark, das erleben wir in vielen Betrieben. Umso wichtiger ist es, sich bewusst Zeit für strategische Themen zu nehmen. Gerade im Seminarbereich geht es darum, die eigene Positionierung langfristig zu sichern. Ein strukturierter Ansatz hilft dabei enorm: Wer Nachhaltigkeit systematisch angeht, kann Herausforderungen Schritt für Schritt analysieren, Erkenntnisse ableiten und konkrete Verbesserungen umsetzen – im Betrieb und im Team.
Was unterscheidet Seminarhotels von klassischen Ferien- oder Businesshotels?
Ein grosser Vorteil im Seminarbereich ist die Planbarkeit: Seminare werden oft früh organisiert, was eine vorausschauende Planung bei Infrastruktur, Personal und Verpflegung ermöglicht. Gleichzeitig liegt eine grosse Chance in der Kombination verschiedener Segmente. Wer sich sowohl als Seminar- als auch als Leisure- oder Businesshotel positioniert, kann die Auslastung über das ganze Jahr stabilisieren. Viele Gäste kommen später in einem anderen Kontext zurück.
Warum ist Nachhaltigkeit gerade im Seminarbereich so relevant geworden?
Viele Unternehmen haben heute klare Vorgaben: Externe Seminare und Übernachtungen werden bevorzugt (oder ausschliesslich) bei Betrieben gebucht, die ihr nachhaltiges Engagement glaubwürdig nachweisen können. Für Seminarhotels bedeutet das: Wer diesen Nachweis nicht erbringen kann, läuft Gefahr, wichtige Kundensegmente zu verlieren. Nachhaltigkeit wird damit direkt zum Wettbewerbsfaktor.
Was bringt eine Zertifizierung konkret im Alltag?
Ein zentraler Vorteil liegt in der Systematik. Das Managementtool von ibex fairstay ermöglicht es, den eigenen Betrieb strukturiert zu analysieren und mit vergleichbaren Hotels zu benchmarken. Auf dieser Basis entstehen konkrete, umsetzbare Massnahmen, auch ohne aufwendige Workshops. Betriebe erhalten praxisnahe Ansätze, die sich direkt in den Alltag integrieren lassen und die Performance nachhaltig verbessern.
Was macht den Ansatz von ibex fairstay besonders?
ibex fairstay betrachtet Nachhaltigkeit ganzheitlich über fünf Dimensionen hinweg: Management, Ökonomie, Regionalität, soziales Engagement sowie Finanzen & Performance. Dieser umfassende Ansatz sorgt dafür, dass Betriebe sich nicht nur punktuell verbessern, sondern sich langfristig weiterentwickeln. Gleichzeitig bleibt die Methodik praxisnah und verzichtet bewusst auf unnötigen administrativen Aufwand.
Viele Betriebe haben Respekt vor dem Aufwand. Wie erlebst du den Prozess?
Der Respekt ist absolut berechtigt, eine fundierte Zertifizierung braucht Zeit und Engagement. Entscheidend ist, sie als Teamprojekt zu verstehen. Wer die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt, erkennt schnell den Mehrwert des strukturierten Vorgehens. Besonders motivierend: Viele Betriebe stellen im Prozess fest, was sie bereits gut machen – diese Aha-Momente wirken oft sehr bestärkend im Team.
Kannst du ein konkretes Beispiel nennen?
Mehrere Seminarhotels konnten durch die Zertifizierung ihre Zusammenarbeit mit wichtigen Stammkunden sichern , insbesondere in Branchen wie Banken, Pharma oder Versicherungen. Gleichzeitig spielt auch die Arbeitgeberattraktivität eine Rolle: Betriebe, die Verantwortung übernehmen, werden zunehmend von engagierten Mitarbeitenden bevorzugt.
Was sind gute erste Schritte für Seminarhotels?
Ein einfacher und wirkungsvoller Einstieg ist die Reduktion von Food Waste. Hier lassen sich Mitarbeitende gut einbinden und gleichzeitig Kosten senken. Durch gezielte Planung, klare Einkaufsrichtlinien und eine enge Abstimmung zwischen Küche und Service entsteht weniger Abfall. Das wirkt sich nicht nur intern positiv aus, sondern wird auch von Gästen wahrgenommen und geschätzt.
Und zum Schluss: Dein Rat an Seminarhotels, die noch zögern?
Nicht zu lange überlegen – einfach starten.

Militärkantine, St. Gallen

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